Was ist Titan? Was sind Titanfassungen?

Oft hört man als Kunde von Titan-Brillenfassungen; leicht, stabil und antiallergisch… Doch was ist Titan eigentlich und warum ist es preislich so einiges teurer als die Stahlfassungen?

Titan, der Werkstoff der Luft- und Raumfahrttechnik,

konnte erst Ende der 40er Jahre industriell hergestellt werden, obwohl das Metall in seiner unreinen Form bereits mehr als 100 Jahre zuvor bekannt war. Im Jahre 1795 untersuchte ein deutscher Chemiker namens Martin Klaproth den Werkstoff Rutil näher und entdeckte dabei das Oxid eines unbekannten Elementes. Die griechische Mythologie half ihm einen Namen zu finden. Er nannte das Element Titan – nach den ersten Kindern der Götter von Himmel und Erden – den Titanen.

Das Metall der Götter ist in der Tat, auf Grund seiner Eigenschaften, „zu Höherem“ berufen. Bereits die ersten Titanlegierungen schrieben Raum- und Luftfahrtgeschichte. Kein anderes Metall scheint besser geeignet für Leichtbau-Anwendungen in der Verkehrstechnik. Auch für die Bio-Medizintechnik ist Titan aufgrund seiner Eigenschaften ideal. Seit den frühen 80er Jahren wird Titan auch als Brillenfassungswerkstoff verarbeitet. Aus Titaneisenerz oder Titanomagnetit gewonnen, zeichnet es sich speziell durch seine Leichtigkeit und hohe Korrosionsbeständigkeit aus. Titan vereinigt hohe Festigkeit mit geringer Dichte. Je reiner das Titan ist, desto weicher ist es. Obwohl Titan mit 0.6 % der in der Erdrinde enthaltenen Elemente zum vierthäufigsten Metall zählt, haftet ihm etwas Luxuriöses und Seltenes an.

Titan nimmt beim Glühen Stickstoff und Wasserstoff auf und baut diese in sein Kristallgitter ein. Das Ergebnis ist eine deutliche Versprödung des Werkstoffes. Daher muss eine Wärmebehandlung, eine Beschichtung und das Löten unter Hochvakuum oder unter dem Schutzgas Argon stattfinden. Es sind Speziallote erforderlich. Was Titan so körperverträglich macht, ist die Tatsache, dass die Oberfläche in Kontakt mit Sauerstoff aus Luft oder Wasser sofort eine feine Titanoxidschicht bildet. Diese Schicht umhüllt den Werkstoff schützend und macht ihn beständig gegen äussere Einflüsse.

Wichtiger Bestandteil der weltweiten Forschungsaktivitäten ist die im 4-jährigen Rhythmus stattfindende Welt-Titankonferenz. Organisiert wird sie im Wechsel von den 7 wichtigsten Ländern der Titan-Erzeugung, bzw. –Verarbeitung : USA, Russland, Japan, Grossbritannien, Frankreich, China und Deutschland.

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