Was bedeutet eigentlich: Frühgeborenen-Retinopathie

Die Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum, RPM) ist per Definition eine Netzhautschädigung bei Frühgeborenen

Ursache ist eine gestörte Blutgefäßentwicklung der Netzhaut (Retina) aufgrund einer Frühgeburt. Besonders gefährdet sind Babys, die vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, ein Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm aufweisen oder länger als 3 Tage künstlich beatmet wurden.

Eine Frühgeborenen-Retinopathie entwickelt sich mit einer Häufigkeit von 5 bis 30 Prozent bei Frühgeborenen.

Dank heutiger Vorsorgeuntersuchungen und Therapiemöglichkeiten können Ärzte die Frühgeborenen-Retinopathie jedoch in den meisten Fällen rechtzeitig erkennen und behandeln. In den meisten Fällen bilden sich die Symptome nach einiger Zeit spontan zurück. Die RPM kann jedoch auch bis zur Erblindung führen…

Die ärztliche Diagnose ist wichtig:
Dazu tropft der Augenarzt dem Baby spezielle Augentropfen in die Augen, welche die Pupille erweitern, und dunkelt den Untersuchungsraum ab. Anschließend verabreicht der Augenarzt örtlich betäubende Augentropfen und bringt eine Lidsperre oder einen Lidhaken an, um das Auge geöffnet zu halten. Dies ist für das Kind aufgrund der betäubenden Augentropfen schmerzfrei, eventuell etwas unangenehm. Die eigentliche Frühgeborenen-Retinopathie-Diagnose erfolgt über eine sogenannte Augenspiegelung (Ophtalmoskopie), durch die der Arzt auf die Netzhaut des kindlichen Auges schauen kann.

Wie kann man vorbeugen:
Seit 1999 kann man schweren Komplikationen einer Frühgeborenen Retinopathie mit einem augenärztlichen Screening vorbeugen. Dieses Screening wird bei allen Frühgeborenen, die vor der 32. Schwangerschaftswoche oder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 g zur Welt kommen sind sowie bei Frühchen, die länger als 3 Tage beatmet wurden, durchgeführt. Mit ihr lässt sich eine Frühgeborenen-Retinopathie frühzeitig erkennen und dann entsprechend behandeln. Außerdem überwachen die Ärzte und Geburtshelfer bei Risiko-Frühgeborenen den Sauerstoffgehalt während der Beatmung eingehend.

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